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Nov

BIG-Appetizer: Interview mit Tyron McCoy

mccoyAuf unserer Website präsentieren wir euch monatlich einen BIG-Appetizer aus der vorangegangenen Ausgabe. Diesen Monat zeigen wir euch das Interview mit Tyron McCoy aus der BIG #24.

Am Ende war es nicht wirklich eine Überraschung: Nachfolger des scheidenden Headcoaches Stefan Koch bei den Artland Dragons wurde dessen Assistent Tyron McCoy. „Er war unsere erste Wahl, und wir freuen uns, dass er sich für unser Angebot entschieden hat. Wir haben großes Vertrauen in ihn und sind uns sicher, dass er der Richtige für diese Aufgabe ist“, sagt Dragons-Geschäftsführer Alexander Meilwes. Er sei bereit für diesen Job, sagt McCoy selbst, und das ist angesichts seiner bisherigen Laufbahn durchaus glaubwürdig. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere, in der er in Deutschland für Gießen, Lich, Frankfurt, Oldenburg und Leverkusen spielte und insbesondere beim Quakenbrücker Lokalrivalen EWE Baskets Heldenstatus erlangte, begann er seine Trainertätigkeit in Ludwigsburg, wo er Assistent von Rick Stafford wurde.

Nach der Entlassung von Stafford zum Saisonende vertrat er diesen für ein Spiel als Cheftrainer, danach wurde er wieder Assistent, diesmal von Tolga Öngören. Zur Saison 2010/2011 folgte der Wechsel ins Artland zu seinem Mentor Stefan Koch. Unter ihm spielte McCoy in Gießen und Frankfurt. Nach insgesamt fünf Jahren als Assistenztrainer übernimmt der US-Amerikaner nun seinen ersten Posten als Headcoach. BIG sprach mit ihm über den Kader der Artland Dragons, die Rückkehr von David Holston und seine Freundschaft zu seinem Vorgänger im Amt.

 

Herr McCoy, mit der Verpflichtung von Lawrence Hill Anfang August hatten Sie Ihre Personalplanungen weitgehend abgeschlossen. Sind Sie zufrieden mit Ihrem Kader?

Mehr als das. Ich denke, dass wir hervorragende neue Leute geholt haben, die gut in unser Team passen. Außerdem bin ich froh, dass wir Spieler wie Anthony King, der schon in seine dritte Saison bei den Artland Dragons geht, halten konnten. Dazu die Verpflichtung von David Holston – ich bin sehr glücklich mit unserem Team.

Sie sprechen es an: Die Rückholaktion von David Holston, der in der Saison 2011/2012 Publikumsliebling und Topscorer bei den Dragons war, ist ein echter Coup. Wie ist es Ihnen gelungen, Holston von einem Comeback in Quakenbrück zu überzeugen?

David hatte nach einem weiteren guten Jahr in der Türkei mehrere Optionen. Wir waren erst nach der Saison in Kontakt und er hat sich glücklicherweise rasch für uns entschieden. Er kennt den Klub, das Umfeld und hat kein Problem damit, in einer relativ kleinen Stadt zu spielen.

Als ein weiterer Steal könnte sich die Verpflichtung von Kenny Frease entpuppen, der im Trikot von Tübingen vergangenes Jahr wohl zu den am meisten unterschätzten Big Men der Liga zählte. Was erhoffen Sie sich von ihm?

Kenny hat als Rookie in dieser Liga ein sehr solides erstes Jahr gespielt. Er soll bei uns den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. Er gehört zu den größten und stärksten Centern der BBL, und wir erhoffen uns von dem Duo King/Frease eine Menge Durchschlagskraft unter den Körben. Anthony wird ihn unter seine Fittiche nehmen, denn von ihm erwarte ich, dass er neben David Holston ein echter Leader für unser Team sein wird.

Seiner bisherigen Karriere nach zu urteilen, dürfte auch Lawrence Hill eine konkrete Verstärkung für die Dragons sein …

Lawrence hat vergangene Saison in Israel gespielt; die erste Station in Europa ist immer die schwerste. Dafür hat er schon sehr gute Statistiken abgeliefert. Er ist bei uns als Power Forward vorgesehen, er ist aber ein echter Allrounder, der zudem zuerst ans Team denkt. Lawrence macht die vielen kleinen Dinge richtig. Er ist ein guter Verteidiger, Rebounder und Shot-Blocker, ein extrem harter Arbeiter und dazu ein großartiger Mensch.

Auf der anderen Seite haben die Dragons mit Bryce Taylor ihren Topscorer verloren. Wer soll die Lücke schließen?

Im Jahr davor war es Holston, der als Point Guard unser bester Korbjäger war. Ich denke, dass er in der kommenden Spielzeit in eine ähnliche Rolle schlüpfen kann. Bryce hatte eine sehr erfolgreiche Saison, sehr beeindruckend. Ich glaube aber, dass wir seinen Abgang kompensieren können. Das wird nicht einer alleine machen müssen, schließlich haben wir zwölf Mann im Kader.

Nach insgesamt fünf Jahren als Co-Trainer in Ludwigsburg und Quakenbrück agieren Sie nun erstmals als Headcoach. Haben Sie sich schon an Ihre neue Verantwortung gewöhnt?

Auf jeden Fall. Ich fühle mich sehr wohl in meiner Rolle, allerdings wurde ich vom bisherigen Headcoach Stefan Koch auch sehr gut vorbereitet. Mein Ziel war es immer, einmal als Headcoach zu arbeiten, und Stefan hat uns Co-Trainern schon sehr früh viele Aufgaben übertragen, das hat mir nun geholfen. Ich bin bereit für diese neue Verantwortung.

Vor seinem Abschied soll sich Koch für Sie als sein Nachfolger bei den Verantwortlichen der Artland Dragons starkgemacht haben. Würden Sie sagen, dass Sie und Koch eine Freundschaft verbindet?

Definitiv. Wir arbeiten schon sehr lange zusammen. Als ich 1998 nach Deutschland kam, war Stefan in Gießen mein erster Coach. Auch später in Frankfurt habe ich unter ihm gespielt, jetzt war ich sein Assistenztrainer. Ich bin ihm sehr dankbar für alles, was er für mich getan hat.

Nur wenige Kilometer von Quakenbrück entfernt haben die EWE Baskets Oldenburg vergangenes Jahr eine starke Saison hingelegt, sind außerdem in eine neue, größere Halle umgezogen. Sie selbst haben sechs Jahre für Oldenburg gespielt, Ihre Trikotnummer wird nicht mehr vergeben. Kann Quakenbrück in Zukunft mit den Lokalrivalen mithalten?

Darauf schaue ich nicht, sondern nur auf das, was wir bewegen wollen. Ohne Frage haben die EWE Baskets eine starke Saison gespielt, sie zählen auch kommende Spielzeit für mich zu den absoluten Top-Teams. Daneben werden natürlich Bamberg, München, Berlin und Ulm zu den Front Runners gehören.

Wo ordnen Sie da die Artland Dragons ein?

Unser Ziel wird es sein, die Playoffs zu erreichen – und das wird schwer genug. Die BBL ist von der Spitze bis zum Ende eine qualitativ hochwertige Liga, da gibt es keine leichten Spiele und keine leichten Gegner. Neben den eben genannten Teams wird es sicher auch wieder ein, zwei Überraschungen geben, so wie Hagen im vergangenen Jahr. Eine Prognose abzugeben, wo wir landen werden, ist unmöglich. Vieles wird davon abhängen, ob wir eine gute Teamchemie entwickeln, das ist die Grundlage für den Erfolg.

Stefan Koch erklärte in einem BIG-Interview, wie schwierig es für eine kleine Stadt wie Quakenbrück sei, Spieler zu akquirieren, und dass ihm deswegen nicht nur einmal Spieler abgesagt haben. Welche Erfahrungen haben Sie in diesem Sommer gemacht?

Natürlich gibt es immer wieder Spieler, die lieber in einer großen Stadt wie Berlin oder München anheuern und denen das Leben und Spielen in einer Kleinstadt nicht reicht. Wer so argumentiert, der passt aber ohnehin nicht zu unserem Klub. Ein David Holston ist das beste Beispiel. Ihm geht es nicht um das Drumherum, sondern darum, für einen Klub mit einer guten Historie zu spielen, der hervorragend organisiert ist und der in der jüngeren Vergangenheit einige sportliche Erfolge vorzuweisen hat. Das und die Unterstützung durch tolle Fans sollten wichtiger sein als die Frage, ob ich am Abend in der Stadt gut ausgehen kann.

Ihnen scheint es in Deutschland jedenfalls immer gefallen zu haben, schließlich sind Sie seit 15 Jahren hier. Hätten Sie sich das träumen lassen, als Sie 1998 in Gießen anheuerten?

Sicher nicht. (lacht) So etwas kann man als junger Mann nicht planen. Für mich hat es hier immer gepasst, und Deutschland ist inzwischen zu meiner zweiten Heimat geworden. Ich mag den Spielstil hier, der deutsche Basketball ist schon zu meiner aktiven Zeit ein Teil von mir geworden. Für mich gibt es keinen Grund, von hier wegzugehen.


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