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01
Mär

Der nächste Entwicklungsschritt

Die Nationalmannschaft feiert in Tel Aviv und Heidelberg wichtige Erfolgserlebnisse auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2023. Gegen Israel wächst das Team von Bundestrainer Gordon Herbert auf und neben dem Parkett zusammen, zeigt seine Crunchtime-Qualitäten und schaltet erfolgreich einen Gang nach oben.

von Lukas Robert

„Konsole an, das Spiel kann beginnen. Dicke rote Backen, was′n niedliches Kind. Hänge noch fest am Nabel der Zeit“, rappt Materia zum Anfang seines Songs „Endboss“ – in dem er von Level zu Level springt. Spielerisch leicht. Stets mit dem Ziel vor Augen. Die Romantik der Kindheit, die Besonderheit des Neuen, endet noch in der ersten Strophe. Im Musik-Sport-Vergleich zur deutschen Nationalmannschaft ist der verlockende Reiz des Neuartigen, das erste Level unter Gordon Herbert, im November relativ erfolgreich, absolviert worden. Die Olympia-Vergangenheit ist archiviert und gespeichert, der Neustart abgehakt. Während der „Endboss“ Europameisterschaft vor Augen ist, erfolgte in diesem Länderspielfenster nicht der Blick auf das große Ganze, sondern der Blick in das Hier und Jetzt. Herbert stellte einen Kader zusammen, der in der Gegenwart am Optimum spielte und nicht in der Zukunft an der Illusion (nach 2023) kratzte. Lukas Wank, Philipp Herkenhoff, Len Schoormann und Bennet Hundt, allesamt Kandidaten der Zukunftsfraktion, kamen kaum oder gar nicht zum Einsatz.

Stattdessen spielten erfahrene Führungs- und Rollenspieler, die es kombiniert auf 462 Länder- und 3.796 Klub-Spiele bringen. Und diese spielten gut; vor allem beim Auswärtsspiel in Israel. Die Mannschaft präsentierte sich als Einheit, machte viele Dinge richtig (gut) und entnervte die Israelis – die in beiden Partien phasenweise stark agierten und dennoch mit leeren Händen dastehen.

Die Defensive ist Deutschlands Trumpf. Hierfür stellte Herbert sein Aufgebot zusammen. Kettenhund Max DiLeo, Zonen-Anker Jonas Wohlfarth-Bottermann, der Deutschland neun Jahre nach seinem letzten Länderspiel in der Pick-and-Roll-Defensive eine neue Dimension gab, Allrounder Christian Sengfelder und Energizer David Krämer dankten das in sie gesetzte Vertrauen mit sehr guten Minuten. Sie werden auch für die kommenden Länderspielfenster eine sehr gute Basis bilden. Herbert war sichtlich zufrieden.

Justus Hollatz, der einzig spielende Akteur der Zukunftsfraktion, feierte seinen Durchbruch. Der 20-Jährige stellte den fünf Monate älteren Yam Madar, dessen Stern zwar nicht heller, nach NBA-Draft und Partizan-Vertrag aber prominenter erstrahlt, in den Schatten. In der internen Hierarchie stieg Hollatz auf, er verdeutlichte seinen Wert. 12.0 Punkte und 4.5 Assists legte er gegen den 42. der Weltrangliste im Schnitt auf, führte sein Team in Tel Aviv zum Sieg – und bereitete die Bühne, auf der Maodo Lô glänzen konnte.

Die Ankunft des formstärksten deutschen Guards, flankiert von Johannes Thiemann und Andreas Obst, am Wochenende war ein wichtiges (und am Montagabend siegbringendes) Zeichen. Der DBB integrierte bereits im Februar spielerische Qualität und ein Versprechen für den (EM-)Sommer. Er schaltete in der EM-Vorbereitung einen Gang hoch. Das Olympioniken-Trio wird in den kommenden Monaten zum Herbert-Multiplikator werden, bei der schnelleren Implementierung der NBA- und EuroLeague-Akteure helfen können und wollen. Berlin und München zogen mit, stellten Akteure frei. Eine (möglichst) erfolgreiche Nationalmannschaft, eine Annäherung im FIBA-EuroLeague-Streit und das positiv aufgeladene Renommee der beiden Organisationen sind Gründe genug – und nicht selbstlos, aber dennoch keinesfalls selbstverständlich. Angedeutet hatte sich eine solche Freistellung mehrfach, dass dies schon im „Februar-Fenster“ gelang, war dennoch ein Coup.

Die zwei Siege gegen Israel, das erfolgreiche Zurschaustellen des eigenen Leistungsstandes, das Zusammenwachsen als Team: Deutschland erlebte, dafür war die spielerische Leistung zu fehleranfällig, keine perfekte Länderspielpause. Die ans Tageslicht gekommenen Baustellen werden sich in den nächsten Monaten aber beheben lassen. Gleichzeitig wurden Prozesse verfeinert und Fehler beseitigt. Mission erfüllt, Level geschafft. 



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