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26
Nov

Noch fehlt die Lockerheit

Der Auftakt in die WM-Qualifikation endet für das Nationalteam enttäuschend. Die 900 anwesenden Zuschauer (pandemiebedingt ausverkauft) erleben in der Kia Metropol Arena ein deutsches Team, das bei der 66:69-Niederlage gegen Estland mehr mit sich selbst als mit dem Gegner hadert und sich zum Beginn der neuen Ära in Zugzwang bringt.

von Martin Fünkele

Als „zu zögerlich“ beschrieb Gordon Herbert den Auftritt seiner Mannschaft gegen Estland. „Wir haben nicht genug aus unseren Chancen gemacht“, ergänzte Chris Sengfelder das Statement seinen Coaches. Dann sagte Herbert einen Satz, den man immer sagt, wenn man verliert, der aber deshalb nicht weniger richtig ist: „Im Sport gibt es immer wieder Hindernisse. Um dein Ziel zu erreichen, musst du diese Hindernisse aus dem Weg räumen.“

Das größte Hindernis, das die deutsche Mannschaft bei ihrem ersten Auftritt von Bundestrainer Herbert hatte, war sie selbst. Zu zögerlich, zu unpräzise. Trotz klar mehr Ballverlusten beim Gegner (20/12) und einem deutlichen Plus an Würfen beim DBB-Team (65/47) waren bei der 66:69-Niederlage wenig gute Abschlüsse (33.8 FG%) dabei. Und selbst wenn der Ball einmal erfolgsversprechend in den Low-Post ging, kam zu selten Zählbares dabei heraus - allein Sengfelder vergab fünf seiner elf Würfe im Zweier-Bereich.

Trainiert ein Team, das so noch nie zusammengespielt hat, nur drei Tage unter einem neuen Coach, kann man keine Wunderdinge erwarten. „Es werden Fehler passieren“, hatte Robin Benzing schon vor dem Spiel in Nürnberg angekündigt. Der größte Fehler war, dass es dem Kapitän und seinem Team nicht gelungen ist, die „Handbremse“ zu lösen. Am meisten hat man das dem jungen Justus Hollatz angesehen. Wer den Hamburger Point Guard in der BBL oder auch im EuroCup gesehen hat, weiß wie selbstbewusst und ballsicher der 20-Jährige auftreten kann. Gegen Estland – Hollatz erstem Spiel als Starting-Point-Guard der Nationalmannschaft – war davon wenig zu sehen. Mit einem Plus-Minus-Wert von -13 war Hollatz in dieser Kategorie der schwächste Spieler auf dem Feld. Aber auch dem Kapitän fehlte die Lockerheit: Nach acht Punkten im ersten Viertel gelang Benzing nicht mehr viel – seine Dreierquote von 2/9 ist ein Beleg dafür. „Loose“ war eigentlich nur Robin Amaize, der sich nach fünf Abschlüssen – bei nur einem Treffer – aber zu früh aus der Offensive verabschiedete. Leon Kratzer und Michael Kessens, die einzig nominellen Center im Aufgebot, spielten in der ersten Halbzeit nur eine kleine und nach dem Seitenwechsel gar keine Rolle mehr. Herbert „opferte“ sie zu Gunsten des Small-Ball-Line-Ups, das den estnischen Dreierregen effizienter verhindern sollte. Vergeblich.

„Ich übernehme die volle Verantwortung“, hatte Coach Herbert auf der Pressekonferenz dann auch noch gesagt. Für die elf Dreier der Esten (58 Prozent) konnte er nichts – höchstens dafür, dass sein Team kein Gegenmittel dagegen fand. „Hindernisse machen dich stärker. Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft die richtige Reaktion zeigen wird“, so der sportpsychologisch geschulte Coach. Einfacher wird es dabei am Sonntag in Polen (Tip-Off 20:00 Uhr, live und kostenlos bei MagentaSport) sicher nicht werden. Aber vielleicht gelingt es dem DBB-Team nach der misslungenen Premiere ja tatsächlich, die Anspannung in positive Energie umzuwandeln. Hilfreich wäre dies allemal, um mit einem Positiv-Erlebnis und Rückenwind ins EM-Jahr 2022 starten zu können.






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