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13
Nov

Schröders erster Schritt zur kalten Revanche

BIG-Kommentar von Kai Zimmermann

Basis für das Verständnis dieses Kommentars sind zwei Zahlen: 38 und 84.

84 Millionen Dollar hätte Dennis Schröder für einen Vier-Jahres-Vertrag erhalten, so zumindest schrieben es Quellen im Frühjahr, den Dennis Schröder bei den Los Angeles Lakers abgelehnt hatte. Schröder spielte durchwachsene Playoffs und leistete sich in einem wichtigen Spiel eine Partie mit null Punkten. Die verletzten Lakers flogen raus - und zogen die Offerte zurück. Fortan sah sich der deutsche Aufbauspieler der Häme ausgesetzt. In den USA, aber auch in Deutschland. Einer Häme, so könnte man meinen, die tief blicken lässt in die Neid- und … ja, was eigentlich?-Gesellschaft.

Die Behauptung, Schröder habe sich „verzockt“, kam mit einer Inbrunst und Schadenfreude, dass zumindest mein Gerechtigkeitsorgan schwer anschlug.

1. Schröder hatte zu diesem Zeitpunkt im Sommer bereits rund 80 Millionen Dollar eingestrichen. In diesem Zusammenhang überhaupt davon zu sprechen, dass man sich verzockt haben könnte, ist lächerlich.

2. Schröder unterschrieb später für 5,9 Millionen. In der Öffentlichkeit hörte sich so an, als spiele er künftig für umsonst.

3. Mit keiner Silbe in der Diskussion wurde erwähnt, dass Schröder lediglich für ein Jahr unterschrieben hat. Das bedeutet, dass er im kommenden Sommer einen neuen Anlauf auf einen großen Vertrag nehmen kann, der vielleicht noch deutlich mehr bringt als 84 Millionen.

Und an dieser Stelle kommt die 38 ins Spiel.

38 Punkte legte Schröder gestern Nacht beim Overtime-Sieg der Boston Celtics auf. Nicht gegen irgendwen - gegen den Champion Milwaukee (der auf Superstar Giannis Antetokounmpo verzichten musste). Der Deutsche war der entscheidende Spieler in der Overtime, traf am Ende 16 von 27 Würfen. Eine Gala.

Es ist auffällig, dass von Schröder seit dem Sommer so gut wie nichts zu hören oder zu lesen ist. Die Häme hat ihn getroffen. Dass er im Sommer die Nationalmannschaft mit der Begründung absagte, er habe keinen Vertrag und könne nicht hoch genug versichert werden, brachte Teile der Öffentlichkeit noch weiter gegen ihn auf. Dass er im Anschluss nicht die erhoffte Summe einspielte, verstärkte den Hohn. Vielleicht muss Schröder ein Stück weit akzeptieren, dass sein Weg nicht nur Zustimmung findet. Er ist und bleibt ein besonderer Charakter. Er kann unglaublich warm und herzlich sein, und er hat gleichzeitig ein ausgeprägtes Ego und Selbstdarstellungsbedürfnis.

Gern zur Seite geschoben wird aber: Diese Mischung ist es unter anderem, die ihn dorthin gebracht hat, wo noch kein deutscher Aufbauspieler war. In die absolute Weltklasse. Ja, die deutsche Mannschaft ist ohne ihn bis zu den Olympischen Spiele in Tokio vorgedrungen. Aber dort gingen dann drei von vier Spielen verloren. Wenn das deutsche Team ein bestimmtes Niveau erreichen soll, zumindest augenblicklich, muss Schröder dabei sein. Das wissen im übrigen auch alle Nationalspieler.

Schröder wird in dieser Saison, sofern er fit bleibt, noch manche überragende Leistung hinlegen. Er ist bis in die Haarspitzen motiviert. Je weniger er sagt, desto härter arbeitet er. Die Aussicht auf die kalte Revanche an seinen Kritikern, das vermuteten im Sommer schon einige beim DBB, treibt ihn an.

Wer zuletzt lacht, könnte am besten lachen. Und am einträglichsten.

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