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Bayerns Reise in die ZSKA-Festung

Für den deutschen Meister aus München stehen fordernde Wochen an. Nach dem Heimsieg gegen Mailand müssen die Bayern in den kommenden fünf Partien drei mal auswärts antreten. Neben dem Gast-spiel in Madrid ist das anstehende Duell bei ZSKA die schwierigste Aufgabe.

ZSKA Moskau - Bayern München | 17. Januar 2019 um 18.00 Uhr bei MagentaSport | MEGASPORT ARENA

Heimmacht Moskau

Der Serienfavorit und Super-Klub ZSKA Moskau spielt eine weitere Saison voller Erwar-tungen. Wie das französische Magazin BASKET erst kürzlich veröffentlichte, besitzt Moskau mit 36 Millionen Euro den dritthöchsten Etat der EuroLeague. Daran geknüpft, Jahr für Jahr, sind maximale Zielsetzungen. Alles andere als der Titel, der zuletzt 2016 im Finale in Berlin gewonnen werden konnte, ist eine Tragödie.

In dieser Saison steht Moskau auf Platz drei, nach einem 8-0-Start. In den vergangenen zehn Partien ging ZSKA allerdings nur fünf mal als Sieger vom Parkett. Vier der Nieder-lagen ereigneten sich auswärts. Nur ein mal verlor ZSKA zuhause - vergangene Woche gegen Maccabi Tel Aviv mit 76:93. Moskaus Problem ist nicht das Vermögen, sondern die Konzentration.

So spielt ZSKA Moskau in Siegen:

89.7 Punkte pro Spiel bei 80.2 erlaubten Punkten pro Spiel.

So spielt ZSKA Moskau in Niederlagen:

80.1 Punkte pro Spiel bei 87.4 erlaubten Punkten pro Spiel.

Über die Defense kann Moskaus Spiel jedoch nicht charakterisiert werden. ZSKA erlaubt den fünfthöchsten Punkteschnitt der Königsklasse. Das Prunkstück ist die Offense mit im Schnitt 87.1 Punkten pro Spiel (Platz drei). Moskaus Pace ist hoch, der Angriff effektiv mit einem True-Shooting-Wert (TS%) von 51.3%, der zuhause allerdings auf 48.7% fällt. Fühlt sich Moskau offensiv im Element, spielen sie auch Defense. Stottert der Angriff, kann der Klub bezwungen werden.



Bayerische Bescheidenheit

In der ersten EuroLeague-Saison seit Jahren gibt sich der FC Bayern Basketball noch be-scheiden. Oder besser, zurückhaltend. Wie der neue Mitschüler am Anfang des Schuljahres.

Die Bayern balancieren zwischen absoluter Dominanz in der easyCredit BBL und schwer vorauszusehenden Aufgaben auf europäischer Ebene. Bis zum 12. Spieltag konnte München keine zwei Erfolge in Serie einfahren. Davor wechselten sich Sieg und Niederlage fast im Wochenrhythmus ab. Nach über der Hälfte der Saison scheinen die Bayern bei einer Bilanz von 9-9 langsam angekommen. Die Zurückhaltung bleibt aber weiterhin bestehen. Der FCB will sich über die Defense und ein kontrolliertes Offensivspiel identifizieren. Keine heillosen Aktionen, keine Ballverluste, wo der deutsche Vertreter auf Platz zwei in der Liga steht. „Never too high, never too low“.

In der Betrachtung gibt es allerdings Bereiche, in denen die Bayern forscher auftreten könnten. Im Vergleich zum vergangenen Jahr ist der Distanzwurf eine echte Waffe der Bayern geworden, die mit 39.3% auf dem fünften Platz liegen. Bei den Versuchen liegen sie hingegen in der unteren Hälfte der Tabelle mit knapp 21.

Nun kann darüber diskutiert werden, ob ein stärkerer Fokus auf den Dreier automatisch zu mehr Punkten führt. Eine der Baustellen des FC Bayern, der auf Platz sieben in der Tabelle steht: von allen Playoff-Teams ist er der einzige Klub mit einer negativen Punktedifferenz (-24). Was nicht weiter tragisch wäre, wenn da nicht die Stärke des Spielplans in den Kontext gerückt wird. Bayern hat die meisten Heimspiele (11) der EuroLeague absolviert.

So spielt Bayern zuhause:

82.1 Punkte pro Spiel bei 80.1 erlaubten Punkten pro Spiel.

So spielt Bayern auswärts:

77.3 Punkte pro Spiel bei 83.7 erlaubten Punkten pro Spiel.

Abermals, die Defense ist nicht die Achillesferse. Bayern punktet vor allem auswärts nicht ausreichend. In Anbetracht dessen, dass der Spielplan nun schwerer wird, muss Headcoach Dejan Radonjic mehr Mut in der Offense entfachen.

Die aktuelle Form

ZSKA Moskau ist bei 3-2 aus den vergangenen fünf Spielen und erzielt dabei 85.2 Punkte im Schnitt. Wird das 102:84 gegen Efes am 14. Spieltag abgezogen, sind es nur 81.0 Punkte pro Partie bei 83.4 Zählern für den Gegner.

Bayern ist bei 2-3. Die Auswärtsniederlagen in Athen und bei Efes Istanbul waren deutlicher als gewünscht. Der neuerliche Erfolg gegen Mailand war gut für’s Selbstvertrauen.

Die Zahl des Spiels

Zuhause erspielen sich die Bayern eine Punktdifferenz von +2 - auswärts fällt sie hingegen auf -6.4, was eine Differenz von -8.4 ergibt. Wie? Zum Teil durch die Freiwürfe. Im Audi Dome steht München im Schnitt 18 mal an der Linie und versenkt knapp 14 Würfe (79.9%). Auswärts fällt die Ausbeute auf 12 Versuche bei neun Treffern (73%). Ist es ein Mangel an Aggression oder Renommee gegenüber den Schiedsrichtern, die auswärts anders pfeifen?


Das Duell des Spiels

Der Ex-Ulmer Will Clyburn ist nicht nur Moskaus Top-Scorer (14.8ppg), sondern mit 2.01 m auch der beste Rebounder bei einem Wert von 6.9rpg. Ob er es im direkten Duell mit Bayerns Leistungsträger Derrick Williams zu tun bekommen wird, bleibt abzuwarten. Der Ex-NBA-Spieler startete nur ein Spiel von Anfang an, ist aber trotzdem bester Korbjäger der Bayern mit 13.8ppg.


Die Prognose

ZSKA Moskau möchte (muss) die Schmach gegen Maccabi Tel Aviv wett machen. Die Niederlage war ohnehin absonderlich, da der Gast 74.5% aus dem Zweierbereich traf, dank guter Rim-Protection und viel Transition und einfachen Punkten. Moskau verliert etwas an Boden in der Tabelle zu Fenerbahce und Real. Direkt dahinter drückt Efes, was einen Sieg noch wichtiger macht. ZSKA zwingt den Gegner zuhause in eine schwache Assist-to-Turnover-Rate. Also, Ballverluste ja, Vorlagen wenige. Finden die Bayern nicht den Schlüssel zur offensiven Entfesselung, fehlt es im Angriff einfach am nötigen Punch, um in Moskau zu siegen.




 

 


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