25
Mai

Die Spielfluss-Problematik

Es ist das stets wiederkehrende Thema, wenn es um professionellen Basketball, Schiedsrichter und Spielfluss geht: das taktische Foul. Immer wieder ärgern sich Fans und Kommentatoren über Spielunterbrechungen beim Fastbreak, während die Spieler, animiert von ihren Trainern, regelmäßig mit halbherzigen Steal-Versuchen den gegnerischen Schnellangriff unterbinden. Gefühlt haben diese taktischen Fouls in den letzten Jahren immer stärker zugenommen und schaden damit der Attraktivität der Sportart.

Gibt es eine Lösung für dieses Problem? Ist es überhaupt eines? Oder bleibt es einfach nur die normale Entwicklung einer Sportart? Wenn Spieler immer schneller und athletischer werden, ist dann das taktische Foul nicht die logische Konsequenz, um dies auszugleichen? Darf es nicht ein probates Mittel sein, eine mögliche Stärke des Gegners zu unterbinden, indem man Fouls kassiert? Ja, der angreifenden Mannschaft werden wahrscheinlich zwei sichere Punkte weggenommen. Aber das verteidigende Team bezahlt dafür mit mindestens einem persönlichen Foul. Es gibt also nichts geschenkt, es bleibt höchstens noch die Frage, ob das Verhältnis stimmt.

Es gibt wohl keine leichten Antworten, wenn es um das Thema taktische Fouls geht, eher driftet man dann ins Philosophische ab. Es dürfte zwei Möglichkeiten geben das Thema zu regeln: die Verbände, allen voran die FIBA, könnten mit Regelanpassungen gegensteuern und z.B. Fouls im Fast Break härter bestrafen. Oder das Spiel entwickelt sich weiter von alleine und die Teams lassen sich für die Zukunft etwas einfallen, um Schnellangriffe besser auszunutzen. Ein bisschen wie in der Wirtschaft also: mal muss der Staat eingreifen, mal regelt der Markt sich von alleine. Für beide Möglichkeiten dürften sich wohl Anhänger finden. Genauso ist es z.B. wenn es um die Hack-a-Shaq-Taktik in der NBA geht, bei der absichtlich besonders schwache Werfer an die Freiwurflinie geschickt werden.

Auch hier gibt es seit Jahren Diskussionen und Forderungen einer Regeländerung, um die Attraktivität der Liga nicht zu verschlechtern. Doch die Befürworter dürften nicht in der Mehrheit sein, schließlich gäbe es ein ganz einfaches Mittel um die Hack-a-Shaq-Taktik ad absurdum zu führen. Nämlich Freiwürfe treffen. Wenn ein professioneller Basketballer es nicht schafft, zumindest 50 bis 60% seiner Freiwürfe zu treffen, dann ist mit ziemlicher Sicherheit er alleine daran schuld. Und nicht irgendwelche fehlenden Regeln. Bei der Unterbindung von Schnellangriffen ist die Situation sicherlich etwas komplexer. Der Schiedsrichter kann nicht (immer) bewerten, ob ein Spieler tatsächlich versucht einfach nur den Ball zu klauen oder ob es ein absichtliches Foul war. Und die angreifende Mannschaft kann sich nur schwer einem foulenden Gegenspieler entziehen.

Da der Raum für eine Entwicklung des Spiels nicht mehr allzu groß ist und die taktischen Fouls bei Fast Breaks eher zu, als abnehmen, dürften einige Anpassungen der Sportart ganz gut tun. Aber bitte in Maßen und wohlüberlegt! Denn es gibt neben zu vielen Unterbrechungen noch etwas, was mehr Schaden anrichten kann: ständige Regeländerungen.


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