28
Apr

Hatten, wäre, wenn... der X-Faktor des MBC

ffbreak

Im großen BIG-Sonderheft wurde dem MBC prognostiziert, dass er "34 straffe Spiele gegen den Abstieg" zu absolvieren habe. Mitte November sah es aus, als sollte BIG-Experte Tom Prager Recht behalten. Mit nur zwei Siegen aus den ersten acht Spielen reihte man sich erwartungsgemäß im hinteren Drittel der Tabelle ein. Wo die Probleme lagen, wurde schnell klar: Es fehlte ein echter Spielmacher. Für den aus der ProB verpflichteten Guard Josh Parker war der Schritt vom Scoringwunder zum Denker und Lenker über 2 Ligen hinweg einfach zu groß. Seine Turnoverzahlen stapelten sich höher als die Papierstapel eines fleißigen Prokrastinierers. Zum Glück für den MBC blieb dieser Umstand auch dem Management nicht verborgen und man verpflichtete kurzerhand den erfahrenden, damals 32-jährigen, Marcus Hatten nach.

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"Marcus ist ein erfahrener Spieler und wir erhoffen uns von ihm eine Verbesserung im Spielaufbau", so Coach of the Year Silvano Poropat zur Verpflichtung des Veteranen. Poropat sollte Recht behalten in nicht geahnten Dimensionen. Hatten renovierte das Spiel der Wölfe von jetzt auf gleich. Er verschaffte dem zuvor überfordert wirkenden Josh Parker die Scoring-Freiheit, die er für sein Spiel braucht und verringerte so indirekt dessen Turnoverzahlen. Zusammen mit dem äußerst effizienten Angelo Caloiaro, Michael Cuffee, Hrvoje Kovacevic und Rim-Protector Djordje Pantelic bildete Hatten eine starke Starting Five. Sieg für Sieg kletterte man in der Tabelle nach oben. Vom dunklen Abstiegskampf über das öde Niemandsland ins sichere Mittelfeld bis in die Playoffränge. Dabei musste man zwischenzeitlich noch um den Verbleib des Anführers bangen. Hatten unterschrieb zwar einen Vertrag bis Saisonende. Dieser konnte aber vereinsseitig jederzeitig gekündigt werden, wenn es sich finanziell nicht anders darstellen lässt. Und genau in diese Bredouille gerieten die chronisch Klammen MBCler im Winter: Geht man nun den sportlich erfolgreichen Weg mit dem Mann aus Baltimore weiter und riskiert Löcher im Budget, oder entscheidet man sich für die finanzielle Sicherheit und ist bereit einige Tabellenplätze einzubüßen? Dank der Mithilfe einiger Sponsoren, die ihr Engagement erweiterten gelang es schließlich Hatten zu halten ohne die Lizenz zu gefährden. So konnte der Weg in Richtung Playoffs mit Volldampf weitergehen.

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Während man ohne Hatten lediglich drei Siege aus neun Spielen (=33% Siegquote) holte, konnte man mit ihm stolze 13 Siege aus 24 Spielen (=54,17% Siegquote) erzielen. Aber welchen Einfluss hat der Guard genau auf das Spiel der Wölfe? Seine Scoringzahlen und -quoten bei Siegen (14,15 PpS bei 43,8% FG) und Niederlagen (13,73 PpS bei 43,2% FG) unterscheiden sich nur marginal. Bei seiner Assist/Turnover-Rate zeigt sich jedoch deutlich wo Hatten den Unterschied für die Ostdeutschen macht: im Spielaufbau. Während Hatten bei den elf Niederlagen pro Turnover 1,45 Assists auflegt, kann er diese Quote um einen Assist auf 2,4 Assists pro Turnover in den dreizehn Siegen nach oben schrauben. Ebenso auffällig ist sein höherer Steal-pro-Spiel-Schnitt in den Siegen (1,77 SpS) gegenüber den Niederlagen (1,18 SpS). Hatten ist offensiv wie defensiv der Dreh- und Angelpunkt der Weißenfelser. Wenn er seine Mitspieler findet, auf den Ball aufpasst und dem gegnerischen Guard das Leben schwer macht, stieg die Siegchance um ein Vielfaches. Hätte, ja hätte der MBC die Playoffs erreicht, ich hätte mich in meinem jugendlichen Übermut dazu hinreißen lassen, Marcus Hatten zum heimlichen MVP der Herzen zu deklarieren. Die MHP Riesen machten einen dicken Strich durch diese Rechnung. So müssen Hatten und sein Team wohl oder übel damit Vorlieb nehmen, dass Hatten der X-Faktor des großen Überraschungsteams der Saison wurde, welches sich selbst nicht vollends krönen konnte. Etwas Bauchschmerzen dürfte den Verantwortlichen in Weißenfels aber doch die Frage bereiten: Was hätten wir mit diesem Mann von Beginn der Saison an erreichen können?

Hatten, wäre, wenn... Der MBC spielte dank Hatten eine zu 99,9% perfekte Saison. Darauf darf man in Weißenfels Stolz sein!

 

 

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