27
Feb

Haifischbecken BBL?

Irgendwann zu Beginn der Woche sickerten die ersten Informationen durch. Jared Jordan solle aus Bonn nach Bamberg wechseln. Die ersten Geruchte kamen einem Paukenschlag gleich. Und je mehr Tage vergingen, desto mehr entwickelte sich die Geschichte zu einer Posse. Zu viele Angaben gelangten fruhzeitig an die Offentlichkeit, viel Zeit hatten die Anhanger beider Lager, um uber den Transfer zu diskutieren. Am Ende stand fest: Einer der besten, wenn nicht sogar der beste, Spielmacher der Liga wechselt plotzlich zum amtierenden Meister. Mitten in der Saison, einfach so. Ausgerechnet jetzt, wo das Transferfenster schlie?t und die hei?e Phase der Spielzeit beginnt.

Der Wechsel barg jede Menge Gesprachsstoff. Schon oft wurde in der Vergangenheit ein harterer Wettkampf unter den Vereinen angekundigt. Der Jordan-Transfer scheint dies zu bestatigen und setzt neue Standards. Ablosesummen sind im deutschen Basketball schon eine Seltenheit. Aber dass Leistungstrager mitten in der Saison liganintern den Verein wechseln, passiert ebenso selten (mit Ausnahme von Mannschaften mit finanziellen Problemen, wie z.B. Koln 2008). Eine Ursache fur die harteren Bandagen wurde schon vor Monaten bestimmt. Der FC Bayern Munchen habe erheblichen Anteil an dem neuen Geschaftsgebaren. Besonders beliebt war diese These in Bezug auf die vier gewechselten Alba-Spielern sowie auf das Werben des FCB um Anton Gavel.

Auch der Bonner Prasident Wolfgang Wiedlich erwahnte zum Wechsel von Jordan die „raueren Sitten“ innerhalb der Liga seit dem Aufstieg der Bayern. Diese von Wiedlich beschriebene Kettenreaktion ist sicherlich nachvollziehbar. Mit den Munchenern ist ein Verein in die Liga gekommen, der anhand der finanziellen Moglichkeiten und der eigenen Selbstwahrnehmung vieles in Bewegung gesetzt hat. Diese Mischung aus Geld und dem Streben nach Titeln bereichert sicherlich die Liga, sorgt aber auch fur mehr Konkurrenzkampf. Die Bamberger scheinen dieses Wettrusten mitgehen zu wollen. Die Nachverpflichtungen von Fisher, Harris und nun Jordan sprechen fur sich. Die Bamberger wollen die nationale Dominanz auf keinen Fall abgeben und sind entsprechend bereit zu investieren. In diesem Fall zu Ungunsten der Bonner. Das Gewasser BBL ist scheinbar noch etwas mehr zum Haifischbecken geworden.


Doch es ist sicherlich auch nicht richtig, mit den Fingern auf Andere zu zeigen. Die Quoten-Regelung fur deutsche Spieler hatte auch ohne den Einstieg der Bayern fur ein gro?eres Gerangel gesorgt. Mittlerweile geht das Abwerben von Jugendspielern schon sehr fruh los, eine fragwurdige Entwicklung. Die Liga ist auch hier gefragt. Nachwuchsarbeit sollte belohnt werden, die Investitionen der Vereine in diesem Bereich mussen sich rentieren. Es kann nicht sein, dass Teenager, die von ihrem Heimatverein ausgebildet werden, durch Versprechungen weggekodert werden. Auch sonst sollte die Liga die Entwicklung der Transfergeschafte im Blick halten. Sollten sich Ablosesummen durchsetzen und langfristige Vertrage aushebeln, muss eventuell uber andere Transferfristen nachgedacht werden. Das konnte den Vereinen, die einen Spieler abgeben mussen, eventuell helfen.


Der Fall Jordan hat fur Unruhe gesorgt und wird noch eine Weile fur Nachbeben sorgen. Es wird spannend sein zu verfolgen, ob diese Geschichte einmalig bleibt, oder ob es sich zum Alltag entwickelt.


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