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Jan

Der Pechvogel der Saison: Anthony Canty

ffbreak

Für Anthony Canty sollte diese Saison die Wende zum absoluten Beko BBL Durchbruch kommen. Leider kam alles anders...

„Wir sind überzeugt, dass er hier den Durchbruch schaffen kann“, hieß es noch am 19. Juni des Jahres 2013.

„Er“ ist Anthony Canty und „hier“ ist Trier. Es sollte das große Jahr des jungen A2-Nationalspielers werden, ein neues Kapitel in seiner jungen Karriere. Leider kam es aber anders, sollte der Verfasser des Kapitels der Basketball-Gott höchstselbst sein, so scheint es diesem deutlich an Kreativität zu fehlen. Aber der Reihe nach...

Vor seinem Wechsel an die Mosel spielte der hochtalentierte Berliner bei den Eisbären in Bremerhaven. Seine ersten Beko BBL-Schritte absolvierte er in der Saison 2009/2010. In den folgenden drei Jahren kam er zu regelmäßigeren Einsätzen, länger als zehn Minuten im Schnitt stand er jedoch in keiner Saison auf dem Parkett. Eine typische Situation für einen Ergänzungsspieler mit deutschem Pass. Dass dies für die Entwicklung eines jungen Talentes nicht förderlich ist, liegt auf der Hand und wurde auch vom Spieler selbst erkannt. So kam der Wechsel nach Trier schließlich zustande: „Ich will mehr spielen, ich will mich beweisen (...) hier läuft eine hervorragende Entwicklung für junge deutsche Spieler, die die Chance bekommen, in der Liga Fuß zu fassen.“, so Canty nach seinem Wechsel.

Zunächst sollte auch alles nach Plan laufen. Er spielte einen guten Sommer mit der A2-Nationalmannschaft und absolvierte anschließend eine, in der Form, überraschend gute Vorbereitung mit der TBB Trier. Canty war fest eingeplant als erster Backup für den Veteranen Jermaine Anderson, von dem er einiges lernen sollte. Reihenweise begeisterte er Coaches und Fans mit seinem enorm schnellen Antritt und es sah tatsächlich danach aus, als würde er das Team enorm bereichern können. Der Durchbruch lag in greifbarer Nähe.

Die Tinte auf der ersten Seite seines neuen Kapitels war kaum getrocknet, da passierte es auch schon: Schulter ausgekugelt, Spieler ausgebremst, Durchbruch vertagt.

Ein zusätzlicher Muskelfaserriss und viele Wochen Reha später stand seine Ampel dann endlich wieder auf grün, man ließ ihn im Regio-Team antreten. Beim USC Heidelberg markierte er trotz erkennbarer Rückstände starke 25 Punkte. Es sah gut aus für ihn in seinem Kapitel Trier. Aber der Basketball-Gott hatte wohl andere Pläne, bzw. die beschriebene Schreibblockade. So fand sich Canty plötzlich doch ganz weit entfernt von Beko BBL Minuten wieder. Wieder die Schulter, dieses Mal allerdings die rechte. Eine Operation ist unumgänglich. Erneut muss er viele Monate warten, kämpfen und hoffen. Allem Anschein nach wird er erst in der nächsten Saison von Neuem angreifen können. Indiz dafür ist auch die Weiterverpflichtung seines Ersatzmannes Marin Petric bis zum Saisonende. Das Kapitel Trier muss für Canty bislang mit einer überschaubaren Seitenzahl auskommen. Ein Happy End, so schwer es auch wird, ist noch nicht ausgeschlossen. Aber wenn er wieder zurückkehrt, hat er ein Jahr lang beinahe keinen Ball in der Hand gehalten und ist mit 23 Jahren auch nicht mehr in dem typischen Talent-Alter. Anthony Canty hat einen schwierigen Weg vor sich, physisch wie psychisch. Es ist ihm zu wünschen, dass er diesen ohne weitere Unterbrechungen gehen kann und die Chance erhält zu zeigen, dass er mehr sein kann, als nur ein Ergänzungsspieler.