20
Aug

Vier Wünsche an den deutschen Basketball

Der Herbst nähert sich, die Mannschaften der Basketball-Bundesliga fangen an, sich in den Trainingslagern zu sammeln und schon bald stehen die ersten Testspiele an. Indizien dafür, dass es endlich wieder los geht! Die Bundesliga-Saison 2013/2014 steht in den Startlöchern. Und wieder einmal heißt es: Es wird spannender, intensiver und aufregender als noch im Vorjahr. Der deutsche Basketball hat in den letzten Jahren spürbar einen Schritt nach vorne getan. Die meisten Teams spielen in modernen Hallen, der Zuschauerschnitt steigt, die Qualität der Spieler auch. Alles in allem also eine sehr positive Entwicklung. Doch noch nicht alles ist optimal. Hier sind meine vier persönlichen Wünsche an den deutschen Basketball:

1. Eine EM oder WM auf eigenem Boden austragen! Wurde in der Vergangenheit Potenzial der Nationalmannschaft verschenkt? In meinen Augen ja. Jahrelang hatte der deutsche Basketball-Bund eine Nationalmannschaft, die zu den besseren Europas gehört hat. Die silberne Generation um Dirk Nowitzki und Co. spielte vor einigen Jahren (mit Ausnahme von ein paar Ausrutschern) stets um die vorderen Plätze. Die Mannschaft erreichte und überschritt ihren Zenit jedoch zwischen 2005 und 2008. In all den Jahren wurde nie ein Großturnier in Deutschland ausgetragen. Wie öffentlichkeitswirksam so ein Turnier für eine Sportart sein kann, bewiesen zuletzt Sportarten wie Handball und Eishockey. Mit dem Aufbau einer jungen und konkurrenzfähigen deutschen Nationalmannschaft sollte es in Zukunft auch das Ziel sein, eine EM oder WM nach Deutschland zu holen.

2. Weniger Namenssponsoring für die Vereine! Natürlich sind in der BBL die meisten Clubs über jeden Sponsor dankbar und verkaufen auch gerne Mal den eigenen Namen an einem Geldgeber. Das neuste Beispiel ist Bayreuth. Im schlimmsten Fall wird der Name alle paar Jahre ausgetauscht. Es fällt auf, dass verglichen zu den anderen Ligen wie Handball oder Eishockey, im Basketball noch viel eher Namenssponsoring verwendet wird. Nur sieben Vereine haben ihren richtigen Namen beibehalten. Mit den steigenden Etats wäre mein Wunsch für die Zukunft, dass einige Teams den Weg zurück zu den Wurzeln finden. Dies sorgt für eine höhere Identifikation und einen besseren Wiedererkennungswert.

3. Weniger Wildcards, mehr sportlicher Wettbewerb! Pünktlich zum Ende der regulären Saison stellt sich fast jedes Jahr die selbe Frage. Wer kann überhaupt aufsteigen und welcher Absteiger erhält eine Wildard? Die unübersichtliche Situation zeigt, dass nicht nur die Pro A weiter wachsen muss, sondern auch dass die BBL mit nur 16 Teams eventuell besser dran wäre. Die Vereine brauchen jedoch die Einnahmen aus den zusätzlichen zwei Heimspielen. Eine Überlegung wäre es, ein Relegationsspiel zwischen einem möglichen Aufsteiger der Pro A und einem Absteiger der BBL festzulegen, auch wenn die Bundesliga dadurch auf die Mehreinnahmen durch eine Wildcard verzichten müsste. Auch der Pokalmodus gehört in meinen Augen zu einem weniger „sportlichen Wettbewerb“. Eine Reform wurde zum Glück schon in Aussicht gestellt.

4. Klare Spielpläne! Oft genug passiert es im Saisonverlauf, dass die Teams aufgrund von Spielverlegungen unterschiedlich viele Spiele absolviert haben. Ein unübersichtliches Tabellenbild ist die Folge. Trotz der Benutzung eines Programms, welches alle Faktoren wie Hallenbelegung und Spiele in Europa berücksichtigt, ist es keine Seltenheit, dass beispielsweise ein erster Spieltag plötzlich mitten im Winter nachgeholt wird. Hier gilt es Lösungen zu finden. Das hilft schließlich auch den Fans, da sie Spieltermine besser planen können, aber auch dem durchschnittlichen sportinteressierten Bürger, der einfach nur mal einen Blick auf die Tabellensituation werfen möchte.