26
Sep

BIG Surprise(s) ?

Die Sommerpause neigt sich dem Ende zu, in weniger als einer Woche beginnt die Basketball-Bundesliga Saison und fast alle Vereine haben ihre Kader-Planungen abgeschlossen. Zeit für Experten und Fans Ranglisten zu erstellen und zu rätseln. Leidenschaftlich wird diskutiert. Wer wird Meister? Wer muss um einen Playoffplatz bangen? Wer spielt gegen den Abstieg? Ein Phänomen, das weltweit verbreitet ist. In den Vereinigten Staaten verfällt eine ganze Nation im März kollektiv in einen Tipp-Rausch, wenn es beim College-Basketball um die Meisterschaft geht. Selbst Präsident Barack Obama lässt es sich nicht nehmen, seine Favoriten zu benennen. Eine hundertprozentige Trefferquote hat meist niemand, selbst der Präsident nicht. Zu unberechenbar ist Basketball als Sportart, auch in Deutschland. Alljährlich macht mindestens eine Überraschungsmannschaft einen Strich durch die Rechnung der Experten. Mannschaften die über sich hinauswachsen und viel besser abschneiden als erwartet. Oder Mannschaften die weit hinter ihren Erwartungen zurückbleiben und maßlos enttäuschen.

Was macht eine Überraschungsmannschaft im positiven Sinne aus? Sie muss natürlich deutlich über ihren Verhältnissen spielen und dementsprechend gut abschneiden. Sie löst normalerweise große Euphorie bei den eigenen Fans aus und spielt sich über einen längeren Zeitraum in einen Rausch, der sich irgendwann verselbstständigt. Exemplarisches Beispiel dafür war im vergangenen Jahr Ulm. Ein besseres Abschneiden als im Vorjahr wurde bei den Ulmern vielleicht noch erwartet. Im Pokal-und Meisterschaftsfinale zu stehen, dürfte aber die kühnsten Erwartungen übertroffen haben. Auch die Würzburger sorgten für Furore.

Traditionell gibt es  so gut wie jedes Jahr ein Überraschungsteam in der Bundesliga. Wer kommt für diese Rolle nun in Frage? Titelfavoriten wie Bamberg, Berlin und München fallen durch das Raster, genauso wie die ernannten „Geheimfavoriten“ Ulm, Quakenbrück oder Oldenburg. Zählt man Halbfinalist Würzburg noch dazu, bei denen die Anspruchshaltung ebenfalls gestiegen sein dürfte, bleiben noch elf potenzielle Kandidaten, die auf keiner Expertenliste stehen. Wer versetzt also Basketball-Deutschland dieses Jahr in Staunen?

Ein alljährlicher Kandidat sind die Baskets aus Bonn. Die Bonner konnten in der Vergangenheit schon oft überraschen und angetrieben vom enthusiastischen Publikum das Feld von hinten aufräumen, um in den Playoffs höher eingeschätzte Teams auszuschalten. Auch im letzten Jahr erreichten die Bonner mit Mühe die Playoffs und ärgerten dort dann die übermächtigen Bamberger. Ob das Team mit den Magenta Trikots auch dieses Jahr fehlende finanzielle Mittel gegenüber der Konkurrenz mit guter Teamarbeit wettmachen kann, halte ich jedoch für fraglich.

In meinen Augen gibt es zwei Kandidaten: Bayreuth und Tübingen. Beide Vereine spielten in den letzten Jahren meistens gegen den Abstieg (bzw. stiegen vor kurzem erst auf) oder beendeten die Saison im gesicherten Mittelfeld, also im Niemandsland der Tabelle. Auch in diesem Jahr hat wohl kaum jemand beide Mannschaften auf dem Zettel. Dabei waren die Bayreuther in der letzten Spielzeit zwischenzeitlich, trotz katastrophalem Saisonstart, nicht weit von den Playoff-Rängen entfernt. Mit den interessanten Neuzugängen wie Nicolai Simon oder Jason Cain kann man im Frankenland auf einen soliden Kader zurückgreifen. Sollten die vielen neuen Spieler sich schnell finden, kann man gespannt sein. Tübingen hat dagegen einen eingespielten Kader und konnte in der Vorbereitung mit Siegen gegen München und Bamberg zeigen, wie wichtig ein eingespieltes Teamgefüge sein kann. Die Tigers haben in den ersten neun Spielen vergleichsweise „einfache“ Gegner und treffen, außer Oldenburg, auf keine großen Gegner. Sollte der Start erfolgreich sein, kann man im Schwaben-Land ja vielleicht einen überraschenden Lauf hinlegen.

Aber vielleicht liege ich auch komplett falsch und ein ganz anderes Team wird uns alle verblüffen.  Schließlich heißt es ja „Überraschungsmannschaft“….