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Apr

Kooperationspartner: Rückt Ulm zu Bamberg auf?

„Lukas´ Line-Up“ ist einer der Blogs bei BIG-Basketball in Deutschland. In den einzelnen Ausgaben werden zweiwöchentlich fünf aktuelle Themen – ganz subjektiv – erörtert, die noch einmal genauerer Betrachtung erfordern. 

Position 1 – Kooperationspartner: Rückt Ulm zu Bamberg auf?

Die Weißenhorn Youngstars haben am Sonntag den größten Erfolg ihrer ProB-Geschichte eingefahren. Durch den 81:55-Sieg gegen Bochum erreichte man die nächste Runde: Erstmals qualifizierte sich das Team für das Finale und schaffte damit den sportlichen Aufstieg in die ProA. Dort trifft der Süd-Zweite auf den Süd-Ersten (Karlsruhe) – während in Baden die Hallensituation noch nicht geklärt ist, man aber aufsteigen will, weiß man im Osten Baden-Württembergs noch nicht so recht, ob man denn überhaupt hoch möchte. Ulms – und auch Weißenhorns – Macher Thomas Stoll scheint jedoch zurückhaltend optimistisch: „Wir sind unglaublich stolz, dass es diese junge Mannschaft geschafft hat, sich sportlich für die ProA zu qualifizieren. Wie es nächste Saison weitergeht, werden wir in den nächsten Tagen in Ruhe besprechen.“ Die Qualifikation fürs Finale bedeutet ohnehin einen Meilenstein für den Ulmer Basketball. Ein Aufstieg des Farmteams würde das Niveau noch einmal deutlich anheben – und Ulm auch in diesem Aspekt mit Bamberg gleichziehen. Baunach spielt schließlich schon seit zwei Jahren in der ProA und bietet den Nachwuchsakteuren Entwicklungsmöglichkeiten auf dem höchsten Niveau. Auch deshalb kann Bamberg viele Talente binden, denn das Konzept in Franken ist einmalig. Noch. Denn sollte Weißenhorn das Aufstiegsrecht wahrnehmen und Ulm die Meisterschaft (= EuroLeague-Qualifikation) gewinnen, wäre man sofort auf Augenhöhe mit dem Primus aus Franken. Eine Chance, welche man sich nicht nehmen lassen sollte. Schließlich weiß niemand so genau, wann diese wiederkommt. Außerdem wächst man ja an seinen Aufgaben. Go Youngstars!

Position 2 – Kirchheim am finanziellen Maximum

Die Kirchheim Knights befinden sich seit 2015 im Höhenflug. Nach einer Übergangssaison mit – dem damals neuen Headoach – Michael Mai sind sie seitdem nicht mehr aus der Spitzengruppe der ProA wegzudenken. Ihnen wurde mehrfach ein Leistungsabfall prognostiziert, ein Auseinanderbrechen der Mannschaft als Genickbruch ausgelegt, doch von alledem ließ sich in Schwaben niemand irritieren. Kirchheim fühlt sich als Underdog durchaus wohl darin, die Großen der Liga zu ärgern. Dies klappt im Playoff-Halbfinale gegen den MBC zwar nur mäßig – im Saisonverlauf gelang dies aber eklatant gut: Zwölf (!) Saisonspiele wurden mit einer Differenz von fünf oder weniger Punkten gewonnen. Keine Mannschaft der Liga kann auch nur annähernd mit dieser Zahl mithalten. Es ist einzig und allein eine Kirchheimer Qualität. Auch generell scheint bei den Knights vieles zu klappen: Alle Spieler sind in ihrer Prime, der Kader harmoniert, Probleme gibt es wenige bis keine. Wäre da nicht die fortschreitende Professionalisierung der Liga. Denn ab der kommenden Saison wachsen die Anforderungen: Standkörbe, LED-Banden, hauptamtliche Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Kleine wie große Vereine fordert dies heraus (gut so!) – die Kleinen müssen sich jedoch strecken, um daran nicht zu Grunde zu gehen. Auch Kirchheim muss dies. Denn die nötigen Neuanschaffungen könnten dem Tabellenvierten das Genick brechen.

Eine sechsstellige Summe benötigt der Klub zusätzlich oder muss alternativ beim Mannschaftsetat enorm zurückstecken. Auch deshalb hat man zusätzlich die Lizenzunterlagen für die ProB eingereicht. Den Knights ist jedoch zu wünschen, dass sie diese Herausforderung schaffen werden – denn sie haben den sportlichen Erfolg, einen guten Kader und geben alles. Auf und neben dem Parkett. Möglicherweise werden sie sich aufgrund der verschärften Bedingungen in der nächsten Saison von ihrem Höhenflug vorerst verabschieden müssen, ein Rückzug aus der Liga wäre jedoch sehr schlimm. Denn ob der Standort dann noch einmal zurückkommen würde, steht in den Sternen.

Position 3 – Frankfurt ist im nächsten Level angekommen

Der vergangene Sommer war für die Fraport Skyliners hart, sehr hart sogar. Nach dem Abgang des Trios Klein-Barthel-Voigtmann wurde der letzte Dreijahresplan (erfolgreich) beendet. Ein Neustart musste her – und spätestens jetzt, im April, ist dieser Neustart abgewickelt. Denn zahlreiche Talente finden sich nun im Kader oder werden im kommenden Sommer hinzukommen. Isaac Bonga, Niklas Kiel, Mahir Agva und Daniel Mayr sind schon da und haben zudem langfristige Verträge – zudem kommt ab der nächsten Saison auch noch Richard Freudenberg, welcher sein auf dem Court frustrierendes College-Abenteuer verfrüht abgebrochen hat.

Die Kader-Zusammenstellung der Hessen verdeutlicht, dass in Frankfurt der neue Dreijahresplan ins Laufen kommt. Bong, Kiel und Freudenberg haben Verträge bis ins Jahr 2020 unterschrieben – die nächste Generation steht in den Startlöchern. Zudem sind die etwas weniger begabten, wohl aber talentierten Max Merz, Garai Zeeb und Konstantin Schubert im Programm zu finden.

Frankfurt hat vor Jahren aus der Not (nicht länger ein deutsches Spitzenteam zu sein) eine Tugend gemacht und sich Stück für Stück ein nachhaltiges Jugend- und Entwicklungskonzept geschaffen. Mit Gordon Herbert hat man dafür den richtigen Mann. In Frankfurt gibt es neue Ziele, einen neuen Dreijahresplan und eine Heerschaar an interessanten Talenten: Es wächst wieder etwas heran. Das Übergangsjahr ist vorüber.

Position 4 – Braunschweig versucht den Turnaround

Was wurde nicht vor der Saison alles über Braunschweig hergezogen. Viel zu schwach sei der Kader, der Abstieg eine ausgemachte Sache. Nur ein Wunder würde den Verein in der easyCredit BBL halten können. Hagens Insolvenz und Vechtas Chaos waren jedoch kein Wunder – Braunschweig wusste die Geschehnisse aber für sich zu nutzen, hielt dem Druck stand und zog nun die mutmaßlich richtigen Schlüsse. Geschäftsführer Schwope und Aufsichtsratsvorsitzender Doering werden den Klub verlassen. Offenkundig haben sie den Klub nicht so vorangebracht, wie dies der Fall hätte sein müssen. Auf die Fragen der Vergangenheit fanden sie nicht immer die richtigen Antworten. Folglich ging es in Braunschweig bergab. Die Umgestaltung der Phantoms in die Löwen war jedoch ein Erfolg. Und das Konzept in dieser Saison stimmte mit Frank Menz ebenfalls. Dennoch war dies nur die Erfüllung des Minimal-Ziels. Mit dieser Entwicklung wird der Klub mittelfristig in der 2. Basketball-Bundesliga landen. Denn es werden sich nicht immer zwei Vereine finden lassen, welche derart schlecht performen, wie es Hagen und Vechta getan haben. Zeit also, dass der Turnaround geschafft wird. Dann vielleicht auch mit einem „richtigen“ Deutschen-Konzept. In der aktuellen Spielzeit war dieses Konzept eher Wunsch als Realität. Sid-Marlon Theis spielte von den nationalen Akteuren noch am meisten – kommt jedoch nur auf 17:15 Minuten. Platz sieben. Dennoch sind Menz´ Entscheidungen natürlich nachvollziehbar. Die Amerikaner (und der Österreicher) performten einfach besser, die anderen Akteure im Kader waren noch nicht weit genug oder schlicht und ergreifend qualitativ zu schwach.

In der kommenden Saison könnte jedoch vieles besser werden. Das Selbstbewusstsein ist gewachsen – das Personal zur Verantwortung gezogen und die Zeit drängt ebenfalls nicht. Die Saison 2017/2018 wird zeigen, ob Braunschweig langfristig runter muss oder ob man sich rechtzeitig fangen kann.

Position 5 – Die Krönung einer langen Entwicklung: AXSE BasCats

Der Damen-Basketball erfreut sich in Deutschland nicht unbedingt immer einer großen Begeisterung – doch auch dort gibt es spannende und äußerst konsequente Projekte. Zum Beispiel bei den Damen-Basketballerinnen des USC Heidelberg. Das aktuelle Projekt läuft seit sage und schreibe 17 Jahren. Damals, im Jahr 2000, kam Dennis Czygan zu den Kurpfälzern. Ihm und seinen Mitstreitern ist die Entwicklung zu verdanken, welche nun im Aufstieg in Liga eins gemündet ist. Denn der mittlerweile 44-Jährige ist nicht nur Chefcoach. Er ist Visionär und akribischer Arbeiter. Die weibliche Basketball-Abteilung hat er zu einem veritablen Aushängeschild in der Region gemacht, Strukturen im Verein aufgebaut, die Jugend-Arbeit reformiert und aus den AXSE BasCats, wie die erste Mannschaft mittlerweile heißt, ein Playoff-Dauergast in der 2. DBBL gemacht. In dieser Saison gelang der Mannschaft jedoch der ganz große Wurf. Nachdem das Team seit Jahren zusammen spielt und kontinuierlich zusammenwuchs, spielte man von Beginn an eine äußerst souveräne Runde. 19 von 20 Spielen wurden gewonnen – in den Playoffs folgten weitere vier Siege aus vier Spielen. Doch dies war nicht alles: Auch die Art und Weise war dominant (beste Verteidigung, bester Angriff der Liga). Auch DJK Brose Bamberg, der Gegner im Finale, hatte nicht wirklich eine Chance. 61:31 und 64:58 siegten die Spielerinnen von Czygan und belohnten sich durch diese beiden Siege mit dem sportlichen Aufstieg in die erste Liga. Für den Verein bedeutet dies einen Quantensprung, welcher vor gar nicht allzu langer Zeit keinesfalls möglich schien. Aktuell laufen die wirtschaftlichen Planungen des Erstliga-Abenteuers jedoch gut, der Aufstieg ist auch finanziell möglich.

Auf Czygan und die BasCats wird dann noch mehr Arbeit zukommen. Denn kaum ein Akteur im Umfeld verdient mit dem Basketball (genug) Geld. Der Headcoach ist „im richtigen Leben“ Geschäftsführer mit den Kernbereichen Controlling und Personal – bei „Edeka Zipser“ spielt Basketball jedoch auch keine kleine Rolle.



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