20
Jan

Stefan Holz, Danke

„Lukas´ Line-Up“ ist einer der Blogs bei BIG-Basketball in Deutschland. In den einzelnen Ausgaben werden zweiwöchentlich fünf aktuelle Themen – ganz subjektiv – erörtert, die noch einmal genauerer Betrachtung erfordern.

Position 1 – Tschüss Dresden

Im heutigen Blogbeitrag müssen dann doch noch einmal die Geschehnisse aus Blog Nummer 7 und Blog Nummer 9 aufgegriffen werden, denn sowohl bei den Dresden Titans als auch bei den RÖMERSTROM Gladiators Trier hat sich einiges getan. Zu Trier an Position 5 später mehr.

Nun aber zu Dresden: Denn nachdem Phoenix Hagen im Dezember insolvenzbedingt bereits die Segel auf Abstieg hisste, können dies nun auch die sächsischen Titanen. Denn nachdem man unter dem Weihnachtsbaum noch optimistisch in die Zukunft blickte – der 75:61-Erfolg gegen die Hamburg Towers gab auch Aufwind – ist trotz zweier Nachverpflichtungen das sportliche Licht in Dresden schon fast aus. Und das Anfang Januar. Es sind zwar „nur“ drei Siege Abstand bis zu einem Nichtabstiegsplatz, doch der Gedanke eines Dresdner Klassenerhalts wirkt unvorstellbar. Zu schwach präsentierten sich die Titans, zu dürftig waren die Ergebnisse, zu viele Spiele haben sie bereits absolviert. Nach der zweiwöchigen Weihnachtspause setzte es in drei Auftritten drei Niederlagen.

Während das 64:78 bei den Trierern im Bereich des Erwart- und Zumutbaren verlief, waren vor allem die beiden richtungsweisenden Spiele gegen Essen und Nürnberg besonders bitter für den noch verbliebenen Rest an Optimismus. Um es einmal zu verdeutlichen: Essen ist 15., Dresden 16. Beide Mannschaften können im Kampf um den Klassenerhalt jeden Punkt gut gebrauchen. Am 13. Januar waren jedoch nur die Essener in der Sporthalle am Hallo hellwach und bügelten die Titans 92:78 aus der Halle. Der erste Knacks. Dieser war verbunden mit der Erkenntnis, dass die Partie gegen Nürnberg am vergangenen Dienstag schon entscheidend werden könnte. Und sie wurde es.

Freuen konnte sich am Ende jedoch nur die Falcons. Denn obwohl das Team von Ralph Junge im Sommer nur knapp dem Bankrott entgangen war und lange Zeit als möglicher Absteiger gehandelt wurde, steht es äußerst souverän auf Tabellenplatz 10. Abstiegssorgen gibt es in Franken fast keine mehr. Dafür sorgte auch der Erfolg in Dresden. Denn abermals unterlagen die Titans in einem Big-Point-Game, abermals deutlich. Diesmal mit einer Differenz von 30 Punkten.

Aktuell haben die Dresdner 20 Saisonspiele absolviert – zwei oder gar drei mehr als die direkte Konkurrenz. Zudem macht auch der Spielplan wenig Hoffnung. Die Titans treffen noch auf acht der besten neun Teams und lediglich auf zwei Mittelfeld-Teams. Doch diese beiden Mannschaften (gemeint sind Paderborn und Baunach) spielen aktuell leistungstechnisch und ab nächster Saison wohl auch faktisch in einer anderen Liga: Dresden ist auf Abschiedstournee.

Position 2 – Stefan Holz, Danke!

Stefan Holz ist seit 2015 Geschäftsführer der easyCredit Basketball-Bundesliga – und hat einiges bewegt. Nun möchte er auch beim hauseigenen ALLSTAR Day etwas ändern. Gut so! Denn die Veranstaltung hat einen geringen Glamour-Faktor. Und genau das ist schade. Denn die sportliche Aussagekraft des bundesweiten Klassentreffens ist ohnehin gering. Ja, der Unterhaltungswert ist durchaus gegeben. Doch wem nützt dies? Den 6000 Zuschauern im Bonner Telekom Dome und den Zuschauern vor dem gleichnamigen Internetstream? Ja. Doch diese Menschen hätten ohnehin Basketball geschaut. Der ALLSTAR Day sollte neue Menschen zum Basketball bringen, das Interesse stärken und neue Kanäle erreichen. Doch auch in diesem Jahr war der Tag eine entspannte und bekannte Sache. Die Öffentlichkeit bekam den Tag entweder aufgrund der eigenen Initiative mit – oder eben auch nicht.

Holz möchte dies ändern, das System reformieren und auch die eigenen Kräfte bei der Stange halten. Denn in Bonn war nicht einmal der Nationalmannschaftstrainer anwesend. Sicherlich, die sportliche Aussage ist nicht gegeben – die Anwesenheit von Chris Fleming wäre aber ein positives Signal gewesen. Oder auch die Anwesenheit von anderen Sportpromis wäre dies. „Nur“ Timo Horn verirrte sich in den Telekom Dome. Damit lassen sich natürlich keine zusätzlichen Reichweiten generieren. Nun möchte Holz den ALLSTR Day nicht abschaffen, sondern ihn verbessern. Gut so, denn anders kann unsere Sportart nicht wachsen – sonst wäre ein freies Wochenende sinnvoller.

Die Liga hat sich (vorerst) dazu entschieden, den Champions Cup endgültig zu streichen und den ALLSTAR Day beizubehalten. Das ist nicht super – aber in Ordnung. Danke Stefan Holz für die klare Positionierung bezüglich des Cups und des Days, damit kann man was anfangen. Jetzt gilt es darauf aufzubauen.

Position 3 – Europapokal: Nicht für alle das Gleiche – aber das Richtige!

Gefühlt seitdem klar ist, dass es zumindest in dieser Saison vier Europapokal-Wettbewerbe geben würde, ächzten und stöhnten viele Fans: Wer solle denn da noch den Überblick behalten? Die Wenigsten. Denn selbst wer nur zwei dieser Wettbewerbe intensiv verfolgen möchte, muss viel Zeit darin investieren. Schließlich steigen alleine innerhalb der Basketball Champions League mehr als 350 Begegnungen – mit zum Teil durchaus abstrusen Vereinen. Doch über die Sinnhaftigkeit und Übersichtlichkeit soll an dieser Stelle keine abschließende Analyse gegeben werden.

Vielmehr geht es darum, dass die deutschen Klubs offenkundig im richtigen Wettbewerb spielen – und zwar alle acht Stück. Denn im Verlauf des Wettbewerbs konnte jeder einzelne Klub Akzente setzen und musste sein Bestes geben, um dem sportlichen Niveau gewachsen zu sein. Alle acht Klubs sind bereits eine Runde weiter oder dürfen sich (Frankfurt und Bamberg) noch berechtigte Hoffnungen auf die nächste Runde machen. Offenkundig spielen also alle acht deutschen Teams im richtigen Wettbewerb. Dies ist die Ironie der Situation. Denn die deutschen Fans stört das schier endlose Diskutieren, welche Organisation (FIBA oder EuroLeague) nun jetzt der tonangebende und richtige Organisator im europäischen Wettbewerb sei – zurecht. Doch zumindest in der aktuell laufenden Saison passen die Formate zu den teilnehmenden Klubs, sodass es nicht für alle Mannschaften das Gleiche – aber für jedes Team den richtigen Wettbewerb gibt.

Ab Ende Januar dürfte dann in jedem Wettbewerb das sportliche Niveau noch einmal gehörig anziehen. ratiopharm ulm dürfte dann wohl nicht mehr im EuroCup mitmischen und möglicherweise scheiden dann auch nach und nach die anderen deutschen Klubs aus. Doch sollten die Telekom Baskets Bonn den Europe Cup, der FC Bayern Basketball den EuroCup und Brose Bamberg das Top8 der EuroLeague rocken, wäre das doch ein gutes Endergebnis.

Position 4 – Reich, reicher, RheinStars?

Nach der Hinrunde der 2. Basketball-Bundesliga rangierten die RheinStars Köln nur im hinteren Mittelfeld der Tabelle. Zu wenig, um die anvisierten Playoff-Teilnahme nicht zu riskieren, sagten sich die Verantwortlichen. Basketball in Köln: Das war im Jahr 2016 sehr viel schwere Kost. 2017 soll nun DAS Jahr werden. Denn der Klub, welcher vor der Saison als Geheimfavorit beim Thema Aufstieg galt, hat personell noch einmal nachgerüstet. Und wie! Auf der Seite der ProA sind aktuell 19 Spieler gelistet. 19! Selbstredend sind auch einige Nachwuchsspieler dabei, doch dennoch: 19 Akteure, davon sechs mit dem Pass der Vereinigten Staaten sind eine absolute Ansage. Bereits jetzt wurden gleich fünf von sechs möglichen Partien gewonnen. Doch das soll erst der Anfang gewesen sein.

Auf Tabellenplatz 10 überwinterte man – nun wird neu angegriffen. Zwar rangieren die RheinStars aktuell nur einen Platz höher, doch sie haben den Kontakt zu den vorderen Plätzen hergestellt: Auf die fünftplatzierten MLP Academics sind es nur zwei Siege Differenz. Diese dürften schnell aufgeholt sein. Schließlich hat Köln ein sagenhaftes Team und eine sagenhafte Halle: Allein Anthony King und Richie Williams kommen auf mehr als 220 Erstliga-Einsätze – die Spielhalle ist bekanntlich die Lanxess Arena. Wohl dem, der sich so etwas leisten kann, um noch mit Vollgas die Playoffs anzugreifen. Köln will es wissen.

Position 5 – Trier? Wohl doch nichts!

Nach dem Neustart des Trierer Basketballs im Sommer 2015 verschrieb sich der Basketball-Standort der Transparenz. Wie viel davon übrig geblieben ist? Wenig! Denn innerhalb der letzten acht Monate verließen gleich drei leitende Angestellte den Klub. Professionell wirkt das Verhalten der Gladiators Trier schon lange nicht mehr, transparent ist es schon gar nicht. Während die Abgänge von Michael Lang (Dezember, Manager) und Judith Holthausen (Juli, Geschäftsführerin Vertrieb und Marketing) noch einigermaßen zu kaschieren waren, lief das Fass in der vergangenen Woche nun endgültig über. Denn auch Lang-Nachfolger Alexander Meilwes verließ den Klub – ganze vier Wochen nachdem er in der Moselstadt begonnen hatte. Über die Gründe vereinbarten beide Parteien Stillschweigen – die noch zu deckende Etatlücke von 65.000 Euro dürften aber kein Kriterium gewesen sein. Schließlich arbeite sich der 34-Jährige ehemalige Manager der Artland Dragons in Trier innerhalb der Geschäftsstelle ein, erst dann unterschrieb er einen unbefristeten Arbeitsvertrag und zog mit seiner Familie von Oldenburg gen Süden. Das unbefristete Arbeitsverhältnis hielt genau vier Wochen. Ein Armutszeugnis. Auch für die Arbeitgeber-Attraktivität des Vereins, denn offenkundig waren die Perspektiven, Arbeitsbedingungen und Verhältnisse an einem Standort mi Basketball-Tradition nicht genug, um gleich drei leitenden Angestellte zu halten.

Nun also abermals der Neustart. Wie oft dieser noch gelingen kann und wird, bleibt abzusehen. Denn die Aufbauarbeit, welche Lang leistete, wird durch die schlechte Kommunikation des Klubs nicht gerade in ein besseres Licht gestellt. Sowohl die Fans als auch die Sponsoren dürften davon wenig begeistert sein – und gerade jetzt bräuchte man in Trier ja einen Zusammenhalt, um die noch offene Lücke zu decken, um sich weiter zu konsolidieren und um wieder gemeinsam an vergangene Tage anzuknüpfen. Die RÖMERSTROM Gladiators sind gut damit beraten, dies genauestens aufzuarbeiten. Denn wenn sonst erneut größere Problem wie im Frühjahr 2015 auftreten sollten, wird die Basketball-Community den Klub nicht mehr unterstützen. (Frei nach Friedrich August III. von Sachsen: Nu da machd doch eiern Drägg alleene!)

 

 

 


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