15
Mai

Kaman? Kann man machen. Muss man aber nicht!

In genau vier Monaten wird die mit Spannung erwartete Basketball-Europameisterschaft beginnen. Vier Monate sind ein langer Zeitraum, die nationalen Ligen erreichen derzeit ihre heißeste Phase. Da denken die wenigsten bereits an die Nationalmannschaft. Oder etwa doch?
Mit dem (erneuten) frühen Ausscheiden der Dallas Mavericks in der NBA rückt eine entscheidende Personalentscheidung im DBB-Kader näher. Es ist die wohl wichtigste. Wird Dirk Nowitzki noch einmal seine Knochen für die Nationalmannschaft hinhalten? Das plötzliche Saisonende der Texaner dürfte die Chancen dafür erhöht haben, der gebürtige Würzburger hat nun genug Zeit, sich zu erholen. Wer würde in Deutschland schon auf Nowitzki verzichten wollen?
Trotz seiner bald 37 Jahre ist der Power Forward in der Offensive ein absoluter Ausnahmespieler, der Spiele immer noch im Alleingang entscheiden kann. Dazu bietet sich die Chance, der lebenden Legende einen gebührenden Abschied im eigenen Land zu bieten, immerhin ist Nowitzki nach dem Karriereende von Sven Schultze der letzte aktive Spieler der „silbernen Generation“, die nach der Jahrtausendwende für Furore sorgte.
Sollte der Power Forward zusagen, könnte ein weiterer Dominostein umkippen. Einer, der allerdings jetzt schon die Anhänger der Nationalmannschaft in zwei Lager spaltet und für viel Diskussionsstoff sorgt: Chris Kaman. Obwohl die letzten Signale des Centers zuletzt eher nach Absage klangen: Gänzlich ausschließen kann man die Teilnahme nicht, da sie an einer Zusage von Nowitzki gekoppelt war. Ist Nowitzki dabei, besteht also auch die theoretische Möglichkeit, Chris Kaman ins Boot zu holen. Doch will man das?
Was spricht für den gebürtigen Amerikaner? Genauso wie Dirk ist er bereits in der ersten Playoff-Runde ausgeschieden, hat also genug Regenerationszeit bis zum September. Er ist ein solider NBA-Spieler, wie viele deutsche Nationalspieler können das von sich behaupten? Insgesamt hat Kaman zum ersten Mal seit Jahren fast eine komplette Saison absolviert und für die Portland Trail Blazers wichtige Impulse von der Bank gebracht. Mit Hinblick auf die durchwachsene Spielzeit von Tibor Pleiß wäre eine zusätzliche Absicherung mit einem erfahrenen Spieler auf den großen Positionen nicht schlecht.
Auf der anderen Seite stört zunächst das fehlende Bekenntnis zur Nationalmannschaft. Für das eigene Land aufzulaufen, ist zunächst eine rein emotionale Entscheidung, die für die meisten Spieler eine gewisse Ehre darstellen sollte. Ist es sinnvoll, einen halbmotivierten Kaman mitzunehmen und dafür z.B. einen unerfahrenen aber dafür engagierten Johannes Voigtmann zu Hause zu lassen?
Chris Fleming steht vor einem ganz schweren Spagat: Auf der einen Seite muss Deutschland in der Gruppenphase in Berlin überzeugen, viele Niederlagen und ein frühes Ausscheiden würden dem deutschen Basketball in der öffentlichen Meinung schaden, gute Auftritte dagegen für viel Aufmerksamkeit sorgen. Fleming muss also das bestmögliche Team aufstellen und in diesem Fall muss über Kaman einfach nachgedacht werden.
Andererseits darf auch die Zukunft nicht aus den Augen verloren werden, derzeit kommen einige interessante junge Spieler für die Nationalmannschaft in Frage. Gegen die großen Namen des europäischen Basketballs zu spielen und Verantwortung zu übernehmen, wäre für die Generation um Theis, Voigtmann und Co. extrem wichtig. Das könnte kurzfristig zwar Spiele kosten, sich aber langfristig auszahlen. Die Entscheidung für oder gegen Kaman ist also nicht eine rein sportliche. Auch deswegen wird sie weiterhin für viele Diskussionen sorgen.

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